Auch zukünftig ein solches Finale?

Nur wenige Tage noch, dann beginnt der grosse golffriends-Finalevent 2011 am 8.12.11 in Belek. Mitten im letzten Vorbereitungsstress sind hier grad ein paar geruhsame Minuten vor dem nächsten Sturm eingetreten. Ich nehme das zum Anlass um einen Blogeintrag zum Finale im Generellen einzustellen. Aufgrund der jährlich wiederkehrenden Feedbacks zum Finale und zu den Finalqualifikations-Bestimmungen möchte ich den Umfang und die heute praktizierte Form und den Umfang des Finalevents mal etwas in Frage stellen (bevor ich im nächsten Blog-Eintrag auf die Finalquali-Bestimmungen 2012 eingehe).

Das Finale der golffriends.com Trophy wurde über die Jahre laufend weiterentwickelt, die Leistung immer weiter erhöht. Ein kurzer Rückblick:

Jahr Land Austragungsort Umfang Eigener Kosten-anteil pro Teilnehmer ca.
2007 Schweiz Entfelden 1 Golfrunde inkl. Dinner CHF 150
  Deutschland (kein Finale)
         
2008 Schweiz Entfelden 1 Golfrunde inkl. Dinner CHF 150
  Deutschland St. Leon-Rot 1 Golfrunde inkl. Dinner € 155
         
2009 Schweiz Entfelden 1 Golfrunde inkl. Dinner CHF 150
  Deutschland Andratx (Mallorca) Transfers, 3 Ü/Frühst., 1x Golf, Come Together, Welcome Back Event,Galadinnner 300-400 € (Flug)
         
2010 Schweiz & Deutschland Gloria (Belek) Flüge ab DE/CH plus Transfers3xÜ/ HP, 2xGolf, Come Together Event, Welcome Back Event, Galadinner CHF/€ 0
         
2011 Schweiz & Deutschland Gloria (Belek) Flüge ab DE/CH plus Transfers3xÜ/ HP, 2xGolf, Come Together Event, Entertainment, Welcome Back Event, Galadinner CHF/€ 0

Es gibt viele gute Gründe ein golffriends-Turnier zu spielen. Die Teilnehmer- und Rundenzahlen zeigen, dass dies Tausende von Spielerinnen und Spielern auch so sehen.

Das Finale resp. die Final-Qualifikation ist aus unserer Sicht das i–Tüpfelchen oben drauf. Es kann für die große Mehrheit nicht der wichtigste oder gar einzige Grund fürs Mitspielen sein. Aber eben eine sehr attraktive Zugabe oben drauf für jene die sehr viele golffriends-Turniere spielen.

Man bedenke: Die Finalqualifikation in einer so großen Turnierserie zu erreichen, ist etwas ganz besonderes und herausragendes – schließlich hat man sich gegen tausende Mitspieler durchgesetzt (das bereits behandelte Thema der Halbfinale lassen wir hier mal außen vor). Bei kleinen Turnierserien mag es so sein, dass man sich mit einem Brutto- und/oder Netto-Sieg gleich fürs Finale qualifiziert. Das geht bei hunderten von Turnieren natürlich nicht mehr. Selbstverständlich sollen sportliche Leistungen honoriert werden, aber „nur“ Single Handicapper zu sein, und 2-3 Turniere zu gewinnen reicht einfach nicht. Es ist daher naturgemäß sehr schwierig, sich fürs Finale zu qualifizieren – den Finalisten gebührt daher auch entsprechend viel „Ruhm und Ehre“.

Eine Erwartungshaltung oder gar einen Anspruch, sich mit ganz wenigen Turnieren für das Finale qualifizieren zu können, ist aber nicht angemessen und auch schlicht nicht erfüllbar.

Manche für die erfolgreiche Fortführung wichtige Aspekte werden in den Diskussionen unter den golffriends auch gelegentlich übersehen. Man diskutiert intensiv über das Finale und insbesondere die jeweiligen Qualifikationsbestimmungen. Fleißige Spieler vergessen manchmal, dass sie ja bei jedem Turnier auch viel Spaß haben, Golf spielen und einen sehr guten Gegenwert pro Turnier erhalten. Ich höre gelegentlich Aussagen wie „ich habe x Turniere gespielt, bin y km gefahren, habe z € ausgegeben und mich trotzdem nicht fürs Finale qualifiziert“. Bei solchen Aussagen könnte dann der Eindruck entstehen, wie wenn die Turniere spielen nur aus Anstrengung und Kosten bestehen würde und nur dem Ziel der Finalteilnahme dienen. So macht es natürlich keinen Sinn und geht die Rechnung nie auf. Dann wäre es viel einfacher und günstiger, gleich von Beginn weg die Finalreise zu buchen als zu erspielen. Es scheint so zu sein, dass zu Beginn der hohe Gegenwert pro Turnier das Wichtigste ist – sich danach aber bei einigen Vielspielern der Fokus auf das Finale verschiebt. Dieses scheint mittlerweile so attraktiv und begehrt zu sein, dass es vielleicht etwas zu sehr in den Fokus gerät.

Das ist natürlich nicht in unserem Sinne, denn zur Hauptsache geht es um die Turniere und nicht um das Finale.

Aber was können wir tun, um eine „Final-Only-Sichtweise“ zu vermeiden oder zu relativieren?

Vielleicht hilft auch mal ein kleiner Seitenblick zu anderen Turnierserien. Keine andere mir bekannte öffentliche Turnierserien bietet ein solches Finale an. Zum Vergleich: Die Beispiele die ich kenne sind u.a.

  • Business Cup der Süddeutschen Zeitung: tolle Finaleinladung aber pro Turnier muss rund 170 € pro Person bezahlt werden (nur für 685 € pro Flight buchbar)
  • Birdie-open.com Schweiz: Finalist muss einen relativ hohen Betrag für die Finalteilnahme (in der Schweiz) bezahlen.
  • Diverse Firmen-Serien wie Jaguar, etc.: nicht öffentlich, Mitspielen nur als Jaguar-Fahrer, etc. Finale im eigenen Land, ist primär ein Kundenbindungsinstrument und wird refinanziert über den Verkauf der Fahrzeuge.
  • Kleinere öffentliche Serien: viel höhere Kosten (Greenfee+Startgeld), Finale im Inland oder angrenzendes Ausland (eigene Anreise), kleinerer Finalumfang, Finalist zahlt meist selber.

Es mag ein paar kleine, feine Ausnahmen geben. Aber bei jeder mir bekannten Ausnahme ist der Turnierveranstalter ein Hersteller/Verkäufer von irgendwelchen Produkten und refinanziert die Turnierserie aus seinem Marketingbudget für den Verkauf seiner Produkte.

P.S.: Und wenn jemand eine andere Turnierserie kennt, bei der das alles nicht der Fall ist, die ein noch besseres Produkt resp. Finale anbietet und dies Serie auch tatsächlich über viele Jahre hinweg konstant hält und verbessert: bitte her damit! Wir freuen uns über jedes Vorzeigebeispiel!

Die golffriends.com Trophy ist aber anders ausgelegt. Wir verkaufen nicht andere Produkte wie Autos, Reisen, Immobilien, o.ä. sondern unser Produkt ist die Turnierserie. Sie soll Spaß machen und günstiges Golfen ermöglichen. Sie hat nicht den großen Profit zum Ziel und wird ihn auch nie erreichen. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass die golffriends.com-Trophy ein bisher unerreichtes, unschlagbares Preis/Leistungs-Verhältnis hat. Natürlich kann man die Leistung immer und unendlich nach oben erhöhen – aber zu welchen Kosten für den Kunden und bis wohin ist er bereit, dafür zu bezahlen?

Fasst man alle mir bekannten Wünsche, Lösungsansätze und Gedanken zusammen, dann entstehen zum Thema „Finale“ langfristig auch grundlegendere Fragen. Zum Beispiel: 

  • ist denn der Finalevent überhaupt sinnvoll?
  • muss er diesen „Luxus-Umfang“ haben (inkl. allem, seit 2010 sogar inkl. den Flügen)?
  • wie kann das Verhältnis Aufwand/Nutzen in ein angemessenes Verhältnis gebracht werden?
  • Könnte so ein Finalevent zukünftig auch durch einen kleinen Unkostenbeitrag pro Finalist mit-finanziert werden?
    (über Sponsoring ist das nicht in vollem Umfang möglich)
  • Oder belässt man es dann lieber und kehrt zum Ursprung zurück?
    (z.B. Finale in Deutschland resp. Schweiz auf „Selbstzahlerbasis“?)

Was meint Ihr dazu? 

Bis bald – in Belek? – und liebe Grüße.

Michael

Eine Antwort zu Auch zukünftig ein solches Finale?

  1. Thomas Meißner sagt:

    Hallo lieber Michael, hallo liebes Golffriends-Team,

    ich möchte Euch noch einmal ganz herzlich zu der Turnierserie beglückwünschen!

    Wir können für kleines Geld auf fremden Plätzen unser Hobby ausüben, treffen nette Leute und haben viel Spaß.

    Leider hatte ich in diesem Jahr nicht so viel Zeit für die Serie und irgendwie hat mich auch das Losglück verlassen, aber nachdem Ute dann in Hardenberg die Lanze für das B-Finale gebrochen hat und unbedingt einen der „alten Finalisten“ in Belek begrüssen will, werden wir in Belek dabei sein.

    Macht weiter so!

    I´m a golffriend!!!

    Bis nächste Woche in Belek!

    Thomas

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