Qualiregeln Deutschland 2011- Wie kam’s?

Bevor wir uns mit den Qualiregeln 2012, Finale 2012, etc. auseinandersetzen, ist die Zeit gekommen für einen kleinen diesbezüglichen Rückblick auf die Saison 2011. Manch einer mag sich ja denken, dass es da jemandem (mir?) langweilig war, damit es zu diesen Qualifikationsregeln und Leaderboards der Saison 2011 kam. Warum ich das Thema aufgreife? Einfach deshalb, weil es sehr viel Feedbacks, auch Kritik, gab und das Thema von Spielerseite immer wieder mal aufgegriffen wird, zuletzt z.B. anlässlich des „Halbfinale 2012“-Blogeintrags.

Wir haben stets ein offenes Ohr für Benutzeranregungen, manchmal vielleicht ein zu offenes Ohr, wie die nachfolgende Schilderung gleich zeigen wird. Und wir sind natürlich interessiert daran, die „golffriends.com Trophy“ kontinuierlich zu verbessern. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ – aber manchmal kann der Schuss auch nach hinten oder zumindest seitlich losgehen.

Im Herbst 2010 gingen bei uns zu diesem Thema über 3.000 (!)Feedbacks ein. Über die große elektronische Benutzerumfrage, per eMail, Telefon und last but not least auch persönlich, insbesondere beim Finale 2011 in Belek.

Die Spieler- und Rundenzahlen waren auch 2010 stark gestiegen  Entsprechend gab es ein häufiges Votum in diese Richtung: „Es muss auch für GolferInnen, die nicht 40 Turniere im Jahr spielen möglich sein, sich für das Finale zu qualifizieren“. Bei weiteren Umfragen kamen dann unzählige weitere Voten, Ideen, Anregungen wie man das Finalqualifikationssystem und die Darstellung der Leaderboards weiter verbessern könnte.

Die häufigsten Feedbacks waren:

  • Man sollte die Frauen viel stärker berücksichtigen, u.a. weil es weniger sehr gute Golferinnen als Golfer gibt.
  • Gute Resultate sollten noch stärker gewichtet werden
  • Man sollte auch dann eine Finalchance haben, wenn man nicht so viele Turniere spielen kann
  • Man sollte auch dann eine Finalchance haben, wenn man nur während einem Teil der Saison Zeit für Turnierrunden hat.
  • Im Norden ist eine Finalqualifikation aufgrund der schwächeren Turnierabdeckung viel schwieriger als im Süden.
  • Auch wenn man es nicht direkt ins Finale geschafft hat, sollte es eine „zweite Chance“ geben.

Daneben gab es natürlich Unmengen von Anregungen, die häufig einfach nicht umsetzbar waren. So zum Beispiel jeder Sieger (Brutto, 3x Netto) sollte fürs Finale qualifiziert sein (ergäbe dann bis zu 2.000 Finalisten!) oder ähnliches.

Wir haben die Anregungen sehr ernst genommen. Und monatelang gehirnt, recherchiert, wieder Feedbacks ausgetauscht, etc. Dabei gab es zahlreiche Kriterien zu erfüllen. Die 2011er-Regeln sollten:

  • … jedem Spieler (Geschlecht, Region, Spielstärke, Spielhäufigkeit, etc.) eine angemessene Chance bieten
  • … regionale Unterschiede berücksichtigen
  • … möglichst einfach und transparent sein
  • … entsprechend einfach (visuell) dargestellt werden können

Und last but not least: für uns selber natürlich auch organisatorisch umsetzbar sein, nicht noch größere Löcher in die Finanzen reißen wie in den Vorjahren, technisch reibungslos verarbeitet werden können und vieles mehr..

Dass sich diese Ziele je nach Sichtweise auch deutlich widersprechen können, war schnell klar. Es galt also, einen für alle Involvierten möglichst ausgewogenen Kompromiss zu finden. In einer ersten Phase ergab das ca. 20 verschiedene Qualimöglichkeiten. Aber natürlich war klar: das wird niemand verstehen und durchschauen, nicht mal wir selbst. Es folgten diverse weitere Reduktionen und Iterationen und am Ende ergab das dann das für 2011 angewendete Regelwerk. Für die o.g. häufigsten Voten fand man dann folgende (vermeintlichen) Lösungen: 

  • „Man sollte die Frauen viel stärker berücksichtigen, u.a. weil es weniger sehr gute Golferinnen als Golfer gibt.“
    -> separate Damen-Wertung für Brutto
  • „Man sollte auch dann eine Finalchance haben, wenn man nicht so viele Turniere spielen kann“
    -> Monatswertungen und Top15-Wertung
  • „Gute Resultate sollten noch stärker gewichtet werden“
    -> Top15-Wertung
  • „Man sollte auch dann eine Finalchance haben, wenn man nur während einem Teil der Saison Zeit für Turnierrunden hat.“
    -> Monatswertungen
  • „Im Norden ist eine Finalqualifikation aufgrund der schwächeren Turnierabdeckung viel schwieriger als im Süden.“
    -> Separate Wertungen für Regionen Nord und Süd für die Leaderboards Monatswertung und Top15
  • „Auch wenn man es nicht direkt ins Finale geschafft hat, sollte es eine „zweite Chance“ geben.“
    -> Anbieten von 2 Halbfinale Nord und Süd.

Noch eine Anmerkung zur häufig gestellten „Nord-/Süd“-Frage“: Die angewendete Aufteilung (Süd=Baden-Württemberg und Bayern, Nord=die restlichen Bundesländer) kam so zustande weil zufälligerweise sowohl die Anzahl Turniere 2011 wie auch die Anzahl uns bekannter Spieler aus 2010 ziemlich genau je hälftig auf Nord resp. Süd verteilt waren.

Im Rückblick kann ich mich über unser Bemühen es ALLEN Recht zu machen ziemlich ärgern. Wir haben einen gigantischen Aufwand in Konzeption, Design, technische Umsetzung, Verarbeitung, etc. investiert. Dies mit dem Resultat das wir in diesem Punkt nicht wirklich ein spürbare Verbesserung hatten. Im Rückblick habe ich sogar sehr starken den  Eindruck, dass man sich das alles hätte sparen können oder sogar müssen.

Da die „Qualiregeln-Zufriedenheit“ oftmals von subjektiven Kriterien resp. von „wie ist meine eigene Chance für die Finalqualifikation?“ abhängt, es aber bei 1.000, 10.000 oder 100.000 Spielern dennoch nur ca. 100 Finalplätze geben kann, ist es vermutlich unvermeidbar, dass immer ein gewisser Anteil der Spieler mit der gewählten Lösung nicht so glücklich ist. Vermutlich müssen wir einfach damit leben – auch wenn mir das zugegebenermaßen sehr schwer fällt.

Man bedenke: Die Finalqualifikation in einer so großen Turnierserie zu erreichen, ist etwas ganz besonderes und herausragendes – schließlich hat man sich gegen tausende Mitspieler durchgesetzt. Eine Erwartungshaltung oder gar einen Anspruch, sich mit ganz wenigen Turnieren für das Finale qualifizieren zu können, ist nicht angemessen und  und wollen wir auch nicht. Natürlich ist die sportliche Leistung an einem Turnier hoch einzuschätzen, aber diese allein kann einfach nicht genügen, dafür umfasst die Trophy auch einfach zu viele Turniere. Aber eines darf man neben dem ganzen Finalthema nicht vergessen: Die golffriends-Turniere bieten  viel Spaß – tolle Preise – günstige Runden – familiäre Atmosphäre! Und nicht primär wegen dem Finale. Aber ganz am Ende wird man dann vielleicht – als Sahnehäubchen einer tollen Saison – mit dem tollen Finale belohnt.

Wie eingangs erwähnt ist nach dem Abschluss einer weiteren erfolgreichen Saison nun die Zeit gekommen für einen kritischen Rückblick und damit verbunden, den jährlichen Überlegungen, wie das Finalqualifikationssystem für das nächste Jahr aussehen soll. Eines ist aber jetzt schon klar: es muss wieder weniger kompliziert und „nicht beabsichtigte Lücken“ (Halbfinale, B-Finale) ausgemerzt werden. Und es muss wieder so einfach erklärbar sein, auch für Neueinsteiger, wie es in den Vorjahren der Fall war.

Wie das konkret aussehen soll? Dazu gibt es bereits einige Überlegungen Soll es überhaupt noch ein Finale 2012 in dieser Form geben? Wie könnten die Qualifikationsbestimmungen 2012 aussehen? Gerne werde ich diesen und weiteren Fragen in den nächsten Blog-Beiträgen nachgehen.

Bis dann, liebe Grüsse,

Michael

3 Antworten zu Qualiregeln Deutschland 2011- Wie kam’s?

  1. Andrea Schoog sagt:

    Hallo Michael,

    meine Hochachtung für Deine offenen Worte und alles was Du und das ganze Golffriends-Team im Zusammenhang mit der Golffriends-Trophy bisher auf die Beine gestellt hast.
    Bin sehr gespannt auf die neuen, hoffentlich wieder vereinfachten, Qualifikationsmöglichkeiten für 2012 und würde mich sehr freuen schon in Belek mehr dazu zu erfahren.

    Liebe Grüße aus Köln
    Andrea

  2. Siegfried Scheld sagt:

    Hallo Michael, hallo Golffriends,
    zuerst einmal Michael, mach Dir nicht zu viele Gedanken über die abgelaufene Saison. Es war sicherlich nicht alles perfekt, aber im Großen und Ganzen war es eine tolle Saison mit vielen tollen Golfplätzen und tollen Turnieren.
    Grundsätzlich ist doch erst mal festzuhalten, dass wer nichts Arbeitet und Gestaltet macht keine Fehler und wer viel Arbeitet und Gestaltet macht auch Fehler! Und Ihr vom gesamten Team habt in der Vorbereitung und auch in der laufenden Saison sehr viel gearbeitet und Verändert. Dafür zolle ich Euch uneingeschränkten Respekt, vor Allem wenn man die Größe des Teams bedenkt!
    Deinen Vorschlag, die abgelaufene Saison noch einmal mit kritischem Blick zu beleuchten halte ich für sehr gut. Eine Menge an Vorschlägen ist ja schon im ersten Block gekommen und ich bin sicher, dass auch hier weitere Vorschläge für die neue Saison kommen werden.
    Auch die Überlegung von Dir, die Regelungen 2011, die ohne Zweifel gut waren in der abgelaufenen Saison, und die Regeln aus der Vorsaison für eine neues, leicht verständliches Regelwerk 2012 zu überdenken / kombinieren halte ich für einen guten Weg. Auch der allgegenwärtige Zwang zur Kostenreduktion muss hier berücksichtigt werden, denn eines ist uns allen sicherlich sehr wichtig, dass wir auch in Zukunft mit der Turnierserie golffriends Trophy eine unerreichte Serie in ganz Europa spielen können – und machen wir uns nichts vor, der Wettbewerb schläft nicht!!
    Nun denn, greife die Anregungen der Golffriendsgemeinde auf, konsolidiere alle Erfahrungen aus 2011, kläre die Umsetzbarkeit, auch im Hinblick auf eine Kostenoptimierung und setze das Paket für die neue Saison um. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir alle Dich und das Team für diese große Ziel tatkräftig unterstützen.
    In diesem Sinne wünsche ich uns allen erst einmal ein tolles Finale in Belek, für Dich und das Team eine störungsfreie Vorbereitung und Abwicklung und ein gutes Gelingen der Tour 2012. Vielleicht mit dem Motto:
    2012 – Große Schritte wagen!
    Lieben Gruß,
    Siegfried

  3. Thorsten Reinert sagt:

    Hallo Michael, hallo golffriends,
    ich habe diese Diskussion in den letzten Wochen interessiert mitverfolgt und würde dir gerne in Belek eine eigentlich ganz einfache und faire Quali für alle sowie wenig Verwaltungsaufwand inklusive einer leichten Verständlichkeit auch für jeden neuen golffriends mitteilen. Da ich bereits am 4.12.2011 anreise , könnte man sich bereits vor dem offiziellen Finale einmal zusammensetzen. Dann kannst du auch aufhören, dir einen Kopf drum zu machen, was ist gerecht und was nicht. Wem dieses Jahr der Qualimodus nicht gefallen hat, musste ja nicht mitspielen. Es steht jedem frei, wann er wo welches Turnier spielt. Ich als (noch) Nettospieler finde es auch nicht gut, wenn bei einigen anderen Serien die Bruttosieger gewinnen. Und die Bruttosieger haben Tränen in den Augen, wenn die Nettosieger absahnen, Beispiel: Audi Quattro Cup, BMW Turnier, Golf-Journal Turnierserie, Dominican Golfcup um nur einige zu nennen. Aber der Modus liegt immer beim Veranstalter. Wem das nicht passt, der muß nicht spielen. Und wem dann der 2012er Modus nicht passt , sollte auch nicht mitspielen. Es wird aber garantiert in der immer größer werdenden Golffriendsgemeinde noch genug Spieler geben, denen auch in 2012 der von dir /euch festgesetzte Modus, wie auch immer der dann sein wird, gefällt und mit Kampf,Spaß, Lust, überragendem oder schlechtem Spiel um die begehrte Einladung nach Belek ( oder in 2012 ein anderer Finalort ??? ) die Schläger schwingen werden.
    cu in Belek
    Gruß an alle Finalisten
    Thorsten Reinert
    Finalist Liste 15 beste Runden

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